Ahamakara: Ich-Prinzip
Wie bereits erwähnt, beeindrucken die Sinnesobjekte (bhuta) unsere Sinnesorgane (indriya). Diese werden vom Manas erkannt, durch Ahamkara auf das Selbst bezogen und durch Buddhi bestimmt bzw. reglementiert. Die Manas-Funktion ist als unabhängige Kraft von sich aus nicht in der Lage sich dem Erfahrenden zu offenbaren.
Bevor die Wahrnehmungsobjekte (Geruch, Geschmack, Klang, …) überhaupt wahrgenommen werden, müssen sie sich erst der Ahamkara-Tätigkeit und davor sich der Buddhi-Funktion unterziehen bzw. unterwerfen. Ohne Ahamkara und Buddhi werden die Objekte vom Erfahrenden nicht erkannt. Ahamkara bezeichnet die Selbstbezogenheit und wird als Ich-Funktion oder Ich-Macher verstanden.
Der Vorgang des Denkens beim Menschen verläuft ungefähr so: Er nimmt ein Objekt wahr (manas) und denkt dass diese Begebenheit ihn betrifft (ahamkara) – so beginnt er die Sache auf sich zu beziehen. Dieses Denkprinzip wird als Buddhi bezeichnet. Es bedient sich instrumentell des Ahamakara (Ich-Prinzip), des Manas (Wahrnehmung) und der Indriyas (Sinnesorgane). Bei den Sinnesfunktionen ist Manas das Wesentliche; bei der Manas-Funktion spielt Ahamkara die Hauptrolle; und an der Ahamkara-Funktion ist Buddhi das Signifikante.
Demnach haben wir bis jetzt die sogenannten “Siebzehn”:
- buddhi (einschließlich ahamkara und chitta)
- manas
- zehn indriyas
- fünf bhutas bzw. fünf tanmatras
Diese sogenannten “Siebzehn” wird als Sukshma Sharira (Sanskrit: सूक्ष्म [suukshma] – wörtlich: fein) bezeichnet. Die Körper sind im Tantra von dreierlei Konsistenz: sie sind kausal (karana sharira), sie sind subtil (sukshma sharira) und sie sind grob (sthula sharira). Der Sthula Sharira ist somit der physische Körper.
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