Kurosh Seghatolesami
Aus meinem asiatischen Geisteshorizont möchte ich den Versuch unternehmen, ein wenig über mich zu erzählen. Das Erzählen also geschieht durch meinen Verstand, der seine Grenzen hat. Das Erzählen über mich wird begrenzt und fragmentiert sein. Man sollte keine Sicherheit darin finden!
Wer oder wann bin ich
Ich schwatze also meinem Verstand auf, was er über mich schreiben soll, während er Gedächtnis und Erfahrung ist. Die Deskription also entsteht durch meinen Verstand, der sich dieses Bild von mir macht. Und das ist ein Bild, dem man nicht verhaftet sein sollte!
Ich denke, dass die meisten von meinen Lesern einfach eine angenehme, leichte und sichere Vorstellung davon haben möchten, wer ich bin. So eine einfache “Über mich (Verträumtes Ich)” Seite, wovon man sich ein Bild machen kann oder woran man sich klammern kann oder wodurch unerschüttert bleiben soll. Aber die Worte selbst gehören in den Bereich des Relativen. Nichts ist sich selbst dauernd vollkommen gleich, während es relativ feste Anhaltspunkte notwendig sind, um die Bewegung zu erkennen.
Also in meiner Untersuchung bzw. meinem Diskurs über mich, die illusionslos und unverzerrt sein sollte, habe ich alles negiert, was ich nicht bin:
Ich bin kein Guru.
Ich habe nichts Außergewöhnliches geleistet.
Ich habe keine Ehrenfunktion.
Ich bin nicht erleuchtet.
Ich bin kein Meister.
Ich führe keine Sekte.
Ich habe keine himmlische Vision.
Ich habe keine göttliche Aufgabe.
Ich habe keine göttliche Offenbarung.
Derjenige, der darin etwas über mich findet, jenseits eines engen intellektuellen Verständnisses, der braucht keinen Text mehr über mich zu lesen und braucht sich auch sonst keine Fragen mehr über mich zu stellen!

Das Beste wäre, dem Westen seine eigene Meinung zu lassen und den Osten von dessen Standpunkt aus zu betrachten.
Es kommt aus dem Unbekannten. Jene, die wissen, werden es nicht erkennen. Jene, die nicht nachdenken, erkennen es.
Kena Upanishade
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